| 22. September 2009
Von Anfang an schickte Henri-Louis Pernod, Handelsreisende durch ganz Frankeich um an Aufträge zu kommen. Da sich das herumsprach, stiegen um 1825 weiter Firmen ins Absinthegeschäft ein. So wuchs auch der Bedarf an Wermut, so daß nicht nur allein um Pontarlier, sondern auch in den umliegenden Departements Haute-Saone und Jura, Wermut angepflanzt wurde. Wermut wurde im Midi und um Paris herum angepflanzt. 1826 existierten in Pontarlier gerade einmal 4 Brennereien: Die Häuser Dubied Pere et Fils, Pernod Fils, Simon et Julien, die von Charles, dem 10. die Erlaubnis hatten, den Titel einer königlichen Brennerei zu führen. Bis ca. 1870 blieb die Anzahl der Brennereien stabil zwischen 6 und 10. 1905 zählte man 25 Brennereien im Arrondissement Pontarlier und 22 in Pontarlier selbst. Sie produzierten 10 Millionen Liter Absinthe und beschäftigten 3000 Personen. Bauern, Engestellte der Brennereien, Wagner, Glasbläser, Kistenmacher, Sigellackhersteller, Fahrer und Handelsreisende. Selbstverständlich gab es auch Brennereien, die mehrere Marken produzierten, oder die einen Absinthe unter verschiedenen Etikettierungen vermarkteten. Im nahegelegenen Fougerolles im Haute-Saone wurde ebenfalls sehr viel Absinthe produziert, der teilweise in Fässern nach Pontarlier geliefert wurde, um ihn dort abzufüllen. Denn nur dann konnte man ihn als "Absinthe de Pontarlier" vermarkten.
Ab 1870 entwickelten sich in ganz Frankreich zahlreiche Absinthebrennereien. Zwischen 1890 und 1900 gab es nicht weniger als 65 in der Umgebung um Paris, 52 in Bordeaux, 45 in Marseille, 18 in Lyon und 12 in Dijon. Jede kleine Stadt oder Dorf hatte eine eigene Absinthebrennerei. Man schätzt, daß es über 1000 Absinthemarken gab... Es war DAS Nationalgetränk der Franzosen und es wurde genausoviel produziert, wie verbraucht wurd.



