| 22. September 2009
An einem schönen Sommersonntag, es war der 11. August 1901, der Tag des Feuerwehrfests, schlug bei einem Wärmegewitter der Blitz in die Pernod Fabrik. Absinthe und Rohalkohol gingen in Flammen auf. Zwei Lagerarbeiter öffneten geistesgegenwärtig die noch nicht in Flammen stehenden Fässer und leiteten eine unglaubliche Menge Absinthe in den nahegelegenen Doubs. Nur durch diese beherzte Handlung konnte ein noch größerer Schaden verhindert werden. Die Betriebsfeuerwehr, die Feuerwehr von Ponatlier und einige Soldaten versuchten das Feuer unter Kontrolle zu bekommen, während die Bevölkerung von Pontarlier auf die der Pernod Fabrik gegenüberliegende Anhöhe stieg, um sich ein Bild über das Ausmaß des Unglücks zu verschaffen. Es wird berichtet, daß sich so manch ein durstiger Feuerwehrmann einen Helm im Doubs füllte um frischen Absinthe zu trinken... Ebenso profitierte der Geologe und Mineraloge Prof. M. Fournier, der bereits 1897 behauptete, die Loue sei ein Nebenfluß des Doubs und mit ihm unterirdisch verbunden. Leider konnte er das bis zu diesem Unglückstag nicht beweisen. Als sich die Loue aber nach einer Weile genauso wie der Doubs, weiß verfärbten, war seine Behauptung bewiesen. So hat der Absinth der Wissenschaft einen wertvollen Dienst erwiesen.
Die Fabrik wurde schnell wieder aufgebaut. In einr 1000qm Halle standen 60 Brennhäfen, die Tanks waren im Untergeschoss. Aber auch die Angestellten profitierten - für sie gab es soziale Absicherungen, die für diese Zeit ausgesprochen großzügig und fortschrittlich waren.



